Humanismus
Für einen Humanismus, der selbstverständlich inklusiv genug ist, auch den Feminismus zu beinhalten - sowie eine grundsätzliche Emanzipation von jeglicher Form von (struktureller) Gewalt, die uns offensichtlich noch in den Knochen steckt.
Wir sind wie oder was wir wollen!!
Es sollte mittlerweile selbstverständlich sein können, daß jeder Mensch sein kann, was oder wie gewünscht - soweit damit nicht wiederum andere Menschen und deren Grenzen verletzt werden (frei nach Kant).
Die Überbetonung des "Selbstverständlichen" verzerrt und erzeugt neues Ungleichgewicht und Ungerechtigkeiten
Wenn wir jetzt zB. im Schulischen in erster Linie junge Mädchen fördern und Förderungen unabhängig des Geschlechts oder für Jungen Seltenheiten sind, dann erzeugen wir durch diesen Versuch altes Unrecht auszugleichen ein neues Ungleichgewicht und letztlich Ungerechtigkeiten.
Egalisieren
Wenn es egal sein sollte, welches Geschlecht, welche Hautfarbe, Nationalität, Religion oder welche Meinung und Überzeugung ein Mensch hat und diese alle gleiche Chancen und Möglichkeiten haben sollten, dann ist es im Ergebnis plötzlich nicht "egal", sondern extrem und übermäßig wichtig. Vielleicht sollten wir dies "Egalisieren" gesellschaftlich lernen und gezielte Förderung da einsetzen, wo dies "Egalisieren" nicht genügt und dennoch Unrecht übrig bleibt.
Gleiche Rechte - aber nicht gleich machen
Auch , um die Vielfalt und Unterschiedlichkeit zu schützen, dürfen die selbstverständlichen Bestrebungen für gleiche Rechte nicht zu neuen Grenzverletzungen und Unterdrückungen führen. Wir brauchen ein Gleichgewicht mit dem Schutz von Unterschieden, Andersartigkeit und letztlich sogar der Einzigartigkeit.
LINKS ist "idealistisch"
"Links" hat den Fokus auf dem Sozial und den Menschen sowie ihrer Weiterentwicklung. Im Sinnbild des philosophischen Streits von Idealismus und Realismus entspricht "links" dem Idealismus.
RECHTS ist "realistisch"
"Rechts" ist zunächst einfach "konservativ" und ein Bestreben, die Werte zu erhalten. Im Sinnbild des philosophischen Streits von Idealismus und Realismus entspricht "rechts" dem Realismus.
Faschismus ist weder "links" noch "rechts"
Es gibt viele Definitionen von Faschismus - es ist aber gefährlich einfach gedacht, dem "Konservativen" den Faschismus zwingend in die Schuhe zu schieben.
"Rinks & Lechts"
manche meinen lechts und rinks kann man nicht velwechsern - werch ein illtum. Ernst Jandl
Jugend & Alter
Wer in der Jugend nicht LINKS ist, hat kein Herz - wer im Alter noch LINKS ist, hat keinen Verstand. Dieser Spruch in ähnlicher Form wird vielen Quellen zugesprochen. Es ist die Aufgabe der Jugend alles in Frage zu stellen oder gar einzureißen - und gleichzeitig ist es die Aufgabe des Alters genau in diesem Prozess darauf zu achten, daß zumindest die zentralen und wichtigen Werte erhalten bleiben
Komplementäre?
Tatsächlich müssten "Rinks & Lechts" keine exklusiven Gegensätze sein - sondern könnten sich ergänzen: Wir müssen uns weiter entwickeln - sollten dabei aber unsere wirklichen Werte nicht vergessen und über den Haufen werfen. Gleichzeitig müssen wir auch unsere Werte überprüfen und reflektieren, denn wahrscheinlich verändern sich auch diese und wollen frisch belebt werden. Eine wirkliche Weiterentwicklung benötigt also sowohl Idealismus - als auch Realismus.
Komplementäre?
Letztendlich sollten wir jedes Problem nicht nur von zwei Seiten betrachten, sondern aus möglichst vielen Perspektiven ... Auch das politische Spektrum kann mehr als nur linear und bipolar beschrieben werden, zB. https://polit-kompass.de
Gegen Faschismus aller Coleur
Das bedeutet aber auch, daß sich sowohl linke als auch rechte Positionen gegen den Faschismus aussprechen und handeln können!! Dies bedeutet aber auch, daß linke Positionen nicht automatisch nur "gut" oder frei von faschistischen Tendenzen wären ...
In weiser Voraussicht
Weiterentwicklung ist gut und richtig - aber ohne wirkliche Aufarbeitung der Vergangenheit, vergangener Skandale, Krisen und Fehlentscheidungen, findet keine wirkliche Entwicklung statt. Und besonders bei großen gesellschaftlichen Entwicklungen müssen die Menschen bei ihren Standpunkten abgeholt und zumindest mitgenommen werden.
Werte wiederbeleben und retten!!
Es wurde bislang meist als "konservativ" betrachtet, Werte erhalten zu wollen - aber bei Verlust bemerken wir dann doch, daß wir gewisse Werte auf der Basis von wirklicher und persönlicher Erfahrung neu beleben müssen.

Quellen für „linke Politik als Idealismus“: Georg Wilhelm Friedrich Hegel: „Phänomenologie des Geistes“, „Grundlinien der Philosophie des Rechts“, Karl Marx: „Das Kapital“, „Manifest der Kommunistischen Partei“, Friedrich Engels: „Der Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staates“, Rosa Luxemburg: „Die Akkumulation des Kapitals“, „Die Russische Revolution“ – Für den Realismus und rechte Politik: Niccolò Machiavelli: „Il Principe“ (Der Fürst), Thomas Hobbes: „Leviathan“, Hans Morgenthau: „Politics Among Nations: The Struggle for Power and Peace“, Carl Schmitt: „Der Begriff des Politischen“ – je nach Kontext können die Begriffe Links & Rechts natürlich völlig unterschiedlich verwendet werden, was aber auch Teil der Problematik ist.

Faschismus

Die verschiedenen Faschismus-Theorien sind nur schwer unter einen Hut zu bringen, weshalb wir die „Grenze“ zur Vereinfachung – aber auch ganz prinzipiell – bei jeder Form von Verletzung und verletzendem Verhalten, also auch bei (struktureller) Gewalt und Unterdrückung ansetzen. 

Ganz im Sinn der Online-Konferenzen zur Lösung globaler und menschlicher Probleme bräuchte es eine Faschismus-Konferenz, die sich den modernen Ausformungen und Risiken des Faschismus widmet.

Selbstverständlich
Es sollte selbstverständlich sein, niemanden aufgrund von irgendwas zu unterdrücken, zu zwingen, zu benachteiligen oder emotional, körperlich oder sonst irgendwie zu verletzen! Ist es aber leider nicht.
Ist die Würde des Menschen wirklich unantastbar?
Oder ist es gerade die Würde, die so oft nicht nur angetastet, sondern auch verletzt und gar missbraucht wird? Braucht es da nicht mehr Möglichkeiten, die Verantwortlichen zur Rechenschaft und Haftung zu ziehen?
Legitimation psychischer Gewalt
NICHTS darf Formen der Gewalt legitimieren - auch nicht psychische Gewalt. Bereits der Versuch, Formen (psychischer) Gewalt zu legitimieren, könnte als eine Wurzel des Faschismus anerkannt werden. Als aufgeklärte Gesellschaft müssen wir selbst mit Gegnern in Würde und Respekt sowie auf Augenhöhe umgehen. Das widerspricht nicht der Selbstverteidigung und sich vor Angriffen zu schützen. Wir müssen dies als Kultur lernen und die Fähigkeiten hierfür lebendig halten.
Körperliche und psychische Unversehrtheit
Die Grenze und Definition von Faschismus ist wissenschaftlich schwer zu ziehen - aber die Grenze zur körperlichen und psychischen Unversehrtheit ist relativ eindeutig und daher ein guter Indikator. Diese sind somit als höchstes Gut auch ebenso zu schützen!!
Theorie der Massenpsychologie
Le Bon argumentierte, dass Menschen in einer Masse irrationaler, impulsiver und manipulierbarer werden, was zu faschistischen Bewegungen führen kann. Quelle: Gustave Le Bon (1895). The Crowd: A Study of the Popular Mind.
Theorie des Gehorsams gegenüber Autorität
Milgram führte das berühmte Milgram-Experiment durch und zeigte, dass Menschen dazu neigen, in autoritären Strukturen unmoralische Handlungen auszuführen, was zur Erklärung von Gehorsam gegenüber faschistischen Regimen beitragen kann. Quelle: Stanley Milgram (1974). Obedience to Authority.
Theorie des kolonialen Rassismus
Fanon untersuchte den kolonialen Rassismus und argumentierte, dass die Entmenschlichung und Unterdrückung durch den Kolonialismus zu gewaltsamen Reaktionen und faschistischen Tendenzen führen können. Laut Fanon hinterlässt der koloniale Rassismus tiefe psychologische Verletzungen und eine Suche nach Würde und Gerechtigkeit, die in gewaltsamem Widerstand gipfeln kann. Quelle: Fanon,Frantz (1952). Black Skin, White Masks.
Der Fremde in uns
Arno Gruen argumentierte, dass der Faschismus auf der Unterdrückung der individuellen menschlichen Natur basiert und durch die Externalisierung von Hass und Aggression gegen Sündenböcke entsteht. Gruen betonte, dass die Veränderung und Heilung der individuellen Psyche eine wichtige Rolle bei der Überwindung des Faschismus spielt. "Der Fremde in uns: Eine Psychologie der Fremdenfeindlichkeit" (1999)
Theorie der Projektion
Melanie Klein: Theorie der Projektion - Klein behauptete, dass Menschen ihre eigenen aggressiven und destruktiven Impulse auf "andere" projizieren können, was zur Entstehung von Feindbildern und zu kollektiver Gewalt führen kann. Quelle: Klein, M. (1946). Notes on Some Schizoid Mechanisms.
Theorie des Masochismus
Stekel behauptete, dass der Faschismus durch einen kollektiven Masochismus angetrieben wird, bei dem die Menschen eine Unterwerfung unter autoritäre Regime suchen. Quelle: Wilhelm Stekel (1921). The Belief in Immortality and the Worship of the Dead.
Theorie des politischen Ästhetizismus
Griffin betonte die Bedeutung von Symbolen, Ritualen und Ästhetik im Faschismus, um die Massen zu mobilisieren und eine politische Gemeinschaft zu schaffen. Quelle: Roger Griffin (2007). Modernism and Fascism: The Sense of a Beginning under Mussolini and Hitler.
Frankfurter Schule
Die Frankfurter Schule, eine Gruppe von Denkern wie Theodor W. Adorno, Max Horkheimer und Herbert Marcuse, entwickelte eine einflussreiche Theorie des Faschismus. Sie betrachteten den Faschismus als ein Produkt der modernen kapitalistischen Gesellschaft, die durch Instrumente der Massenkontrolle wie Propaganda, Massenmedien und Manipulation der öffentlichen Meinung eine repressive und autoritäre Ordnung aufrechterhält. Sie betonten die Rolle der Kulturindustrie und der Massenkommunikation bei der Schaffung einer falschen Bewusstseinsstruktur, die die Menschen anfällig für autoritäre Ideologien macht. Die Faschismustheorie der Frankfurter Schule findet sich in verschiedenen Werken der einzelnen Denker, darunter "Dialektik der Aufklärung" von Adorno und Horkheimer und "Der eindimensionale Mensch" von Marcuse.
Theorie der repressiven Toleranz
Marcuse argumentierte, dass der Faschismus eine Kultur der repressiven Toleranz schafft, in der abweichende Meinungen unterdrückt werden, um eine autoritäre Herrschaft aufrechtzuerhalten. Quelle: Herbert Marcuse (1965). Repressive Tolerance.
Theorie des Ausnahmezustands
Schmitt argumentierte, dass der Faschismus den Ausnahmezustand als Mittel zur Sicherung der politischen Macht und Kontrolle über die Gesellschaft nutzt. Quelle: Carl Schmitt (1922). Political Theology: Four Chapters on the Concept of Sovereignty.
Theorie des Imaginären und des Symbolischen
Lacan betrachtete den Faschismus als Produkt einer kollektiven Identifikation mit imaginären Bildern und einer Unterdrückung des symbolischen Gesetzes. Er argumentierte, dass Menschen sich mit faschistischen Ideologien und Führerfiguren identifizieren, die eine Illusion von Macht und Einheit schaffen. Lacan betonte auch die Rolle der Unterdrückung des symbolischen Gesetzes, das soziale Regeln und Strukturen repräsentiert. Quelle: Lacan Jacques (1946). The Mirror Stage as Formative of the Function of the I as Revealed in Psychoanalytic Experience.
Ur-Faschismus
Die Theorie des Ur-Faschismus von Umberto Eco wird in seinem bekannten Essay "Ur-Fascism" (1995) dargelegt. In diesem Essay identifiziert Eco eine Reihe gemeinsamer Merkmale und Tendenzen des Faschismus. Dazu gehören die Schaffung von Feindbildern, die Ablehnung der Rationalität zugunsten von Emotionen und Irrationalität, die Betonung einer strikten Hierarchie, die Forderung nach einer gewaltsamen Lösung von Konflikten sowie die Verherrlichung von Gewalt als Mittel zur Erreichung politischer Ziele. Ecos Arbeit bietet eine wichtige Analyse der essentiellen Elemente und Charakteristika des Faschismus.
Theorie des Archetypischen Schattens
Neumann argumentierte, dass der Faschismus eine Manifestation des kollektiven Schattens einer Gesellschaft ist, in dem dunkle, unterdrückte Aspekte des menschlichen Unbewussten zum Vorschein kommen. Quelle: Erich Neumann (1959). Depth Psychology and a New Ethic.
Theorie des kollektiven Unbewussten
In seinem Werk "Wotan" aus dem Jahr 1936 entwickelte Carl Jung die Theorie des kollektiven Unbewussten und dessen möglichen Einfluss auf den Faschismus. Jung argumentierte, dass der Faschismus aus dem kollektiven Unbewussten einer Gesellschaft entstehen kann, das durch archetypische Symbole und Bilder beeinflusst wird. Diese Theorie wird in Jungs Originalarbeit diskutiert und analysiert. Quelle: Jung, C.G. (1936). Wotan.
Theorie der Banalität des Bösen
Arendt betrachtete den Faschismus als Ergebnis von Menschen, die sich ihrer moralischen Verantwortung entziehen und sich in bürokratischen Strukturen verlieren, was zur Ausführung unmenschlicher Handlungen führt. Quelle: Hannah Arendt (1963). Eichmann in Jerusalem: A Report on the Banality of Evil. - Theorie der totalen Herrschaft - Arendt sieht den Faschismus als eine Form der totalen Herrschaft, in der eine ideologische Diktatur und der Einsatz von Gewaltinstrumenten zur vollständigen Kontrolle der Gesellschaft führen.

Ist Faschismus wirklich "politisch"?

Reicht dann eine Entscheidung, Anti-Faschist zu sein und gut?

Was, wenn Faschismus etwas Psychologisches ist?

Müssten wir dann nicht alle an uns arbeiten und zunächst an der eigenen Nase fassen und vor der eigenen Haustüre kehren?

Psychologischer Faschismus ist eine über die Vorstellung hinausgehende Einstellung aufgrund irgendwelcher Indikatoren (Hautfarbe, Nationalität, Glauben, Überzeugung, …) etwas „Besseres“ als der jeweils andere Mensch zu sein und aufgrund eines Bedrohungs-Szenarios (das von einer Gruppe oder gar Mehrheit geteilt wird – sich aber als imaginär, übertrieben oder mindestens lösbar entpuppt) auf die Prinzipien der Aufklärung (Demokratie) und mündiger Bürger sowie der allgemeinen Menschenrechte zu verzichten („Entmenschlichung“) und zu Formen von psychischer oder gar physischer Gewalt zu greifen.

Nils Sautter